FLATSCH

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Idee

Die Hades-Reise und ihr gewaltiger Arbeitsaufwand lag schon über ein Jahr zurück, und längst schon hatten wir uns unauffällig auf Themen- und Ideensuche begeben. Einzige Einschränkung diesmal: es sollte ein KURZfilm werden, kurz, kurz und nochmals kurz (schließlich steckte uns die monströse Hades-Reisen-Produktion noch immer gewaltig in den Knochen...). Da kam uns - wie schon so oft - der Zufall zu Hilfe: Die Wüste lebt!



Eine neue Filmidee wirft ihre Schatten voraus
 

Unter diesem Motto findet nämlich in Mainz alle zwei Jahre ein Kurzfilmfestival statt, welches vom Land Rheinland-Pfalz und allerlei Filmfritzen organisiert wird. Die Themen waren diesmal auf´s Gutenbergjahr abgestimmt: Druck-Gegendruck, Lettern - bewegliche, bewegte und bewegende usw.
Ach ja, und jeder eingereichte Film durfte maximal eine Minute lang sein.

Hey, dachten wir, das ist doch kurz genug! Naja, aus den recht ministerial geprägten Themenvorschlägen hatte Thomas dann auch bald eine zündende Idee herausdestilliert: wir würden einen Film über das Innenleben einer mechanischen Schreibmaschine machen, in der die Lettern kleine Wesen sind mit Armen, Beinen, Kopf und einem "Buchstabenkörper"!



Die Lettern-Wesen
 

Soweit, so gut, nach einer Kreativ-Nacht hatten wir so viele Ideen zu diesem Einfall gesammelt, daß wir uns entschlossen, zwei Teile zum Festival einzureichen, Flatsch 1 und Flatsch 2 (eigentlich ein mieser Trick, um mehr Inhalt in die kurze Zeit hineinzupferchen, aber naja, der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel...). Für die Em-Pictures haben wir dann beide Teile zusammengefügt und mit Vor- und Abspann versehen, so daß Flatsch insgesamt auf 3.10 Min. Laufzeit kommt - eigentlich genau die Länge, die wir auch angepeilt hatten...



Buchstaben werden lackiert
 

Ok, los ging´s: Drehplan machen ... Storyboard mit jeder einzelnen Einstellung zeichnen ... verschiedene Teile einer mechanischen Schreibmaschine im vergrößerten Maßstab nachbauen ... aus Obstkisten Buchstabenkästen zimmern ... die Buchstaben aus Styropor aussägen und lackieren ... einen Sperrholz-Karren konstruieren, auf dem man als Buchstabe hin- und hergeschoben werden konnte ... ein komplettes Zimmer ausräumen, abhängen, ausleuchten ... Dialoge schreiben (ja, wir haben aus der Hades-Reise gelernt!) ... Zusatzrollen besetzen ... Verkleidungen für die Buchstaben-Massenszenen organisieren undsoweiterundsoweiter.



Thomas im Buchstabenkarren
 

Die Dreharbeiten konnten wir an zwei Wochenenden und einem Feiertag erledigten, wesentlich komplizierter gestaltete sich die Postproduktion: da die Buchstabenmännchen an ihrem Klöppel laut Drehbuch (und laut brüllend) durch die unendlichen Weiten der Schreibmaschine fliegen sollten, mußten wir Trickbilder mit mehreren transparenten Ebenen konstruieren, die entsprechenden Bewegungsfunktionen definieren und überhaupt allerlei -ieren, bis tatsächlich ein gewisser "Groß = Menschenwelt" und "Klein = Schreibmaschinenwelt" - Effekt zustandekam.



Die Kameraeinstellung wird überprüft
 

Aber der langen Arbeit Lohn winkte schon bald, da es uns schon in den nächsten Monaten gelang, auf mehreren (!) Festivals mehrere (!!) Preise abzusahnen (darunter auch mehrere erste Preise!!!). Auch beim Mainzer "Wüste lebt"-Festival wurden wir mit mehr als einer Ehrung (protz, protz) bedacht...

Der schönste, treffendste und absolut Em-Picturige Spruch kam aber von einem Jury-Mitglied des Festivals "abgedreht" in Sulzbach-Rosenberg: er charakterisierte Flatsch als "erfrischend aussagelos"

...dem gibt es wohl nichts hinzuzufügen!



Das Q mit Filmglas (links) und Trinkglas (rechts)
 
 
 

Handlung

 


Das N kommt vom Farbband zurück
 

Ein Mann tippt auf einer mechanischen Schreibmaschine. Was seinem Auge verborgen bleibt: die Lettern sind kleine, empfindsame Wesen, deren komplettes Leben sich in der Schreibmaschine abspielt. Sie erzählen, hoffen, fluchen, lachen, motzen und erdulden Grausames, wenn sie ans Farbband klatschen müssen.



Das Q macht sich unbeliebt
 

Doch dann passiert Unvorhersehbares: Das alte, weise Q gibt einen Tipp, worauf das N und das D die gesamte Maschinerie lahmlegen. Hat der Aufstand Erfolg?



Ärger naht von oben...

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Gattung: Kurzfilm
Produktionsort: Essenheim
Produktionsjahr: 2000
System: DV
in den Hauptrollen
N: Thomas Oberlies
D: Helge Weichmann
Q: Anton Escher
Schreiberling: Thomas Thönnes
in weiteren Rollen: Birgit Scheibner, Juliane Helm